Von der Werbeikone zum Filmstar. Die auf „Manta Manta“ Performance umgerüstete Optik des aus Film und Fernsehen bekannten Rochens täuscht. Mike Wolfs Breitbau diente einst dem DEA-Werbespot des Jahres 1999: „Super Ingo – nicht Diesel“.

Gönnen wir uns eine kurze Zeitreise. Durch den in Flash 2/1999 veröffentlichten Artikel „Scharf im Wolfspelz“ wurde Cobblestone Pictures, die damalige Werbeagentur der DEA Tankstellen-Kette, auf den in Gelb lackierten Manta B aufmerksam. Die Agentur setzte sich mit Mike in Verbindung und ließ mit dessen Einverständnis den Manta werbegerecht mit Flammendesign aufbereiten. Der „Ingo-Spot“ mit Gerhard Gschwind avancierte zum Top-Hit in den Werbeblöcken verschiedenster TV-Sender.

zur Essen Motorshow 2000

Mike stellte seinen Manta für insgesamt fünf Dea-Spots zur Verfügung, von denen allerdings nicht alle auf Sendung gingen. Gleichzeitig zogen Pilot und Fahrzeug fast drei Jahre durch die Lande, besuchten Ausstellungen, Messen und Tankstelleneröffnungen. Nachdem die DEA-Mineralölkette aufgelöst worden war, fiel das Interesse am gelben Boliden gen Null. Die Zeit verrann und der DEA-Manta wäre längst in Vergessenheit geraden, wenn Mike nicht das eine oder andere Opeltreffen besucht hätte.

September 2002 beim Opel Treffen Kelheim

Der Zahn der Zeit nagte am Gebälk des Boliden, der mittlerweile  bei Kumpel Manfred „Manta Mane“ Neumayer in Südbayern zwecks Restauration untergestellt worden war. Zum 15-jährigen Jubiläum des Films  „Manta Manta“ suchte die Firma Mattig ein Zugpferd für die Essen Motorshow 2005. Im Juni 2005 meldete sich Petra Mattig bei Mike, um über einen Verkauf des Mantas zu verhandeln. Vergeblich! Man einigte sich jedoch auf eine Umrüstung vom DEA Look in die „Manta Manta“ Film-Performance

Als Mike nach fast viermonatiger Umrüstung  den Manta zum ersten Mal erblickte, erkannte er sein Auto nicht mehr wieder. Der komplette DEA-Bausatz war abgerissen, und durch neue GFK-Teile ersetzt worden. Sein kritisches Auge entdeckte an der neuen Bausatzmontage einige fatale Schwachstellen. Zum Beispiel waren die vorderen Kotflügel zu eng, die zum Bausatz gehörenden 11 X 15 Felgen mit 285er Gummi passten nicht mehr drunter. Die Beifahrertür ließ sich nicht mehr schließen, weil das rechte Seitenteil zu weit vorn montiert wurde. Um den Mattig Grill anzubringen zu können, war die Kühleraufnahme weggeflext worden. Auf Grund der von Mike beanstandeten Mängel beraumte man eine Begutachtung mit dem Projektleiter ein, der diese mit dem Worten schloss: „Herr Wolf, mit diesem Mängeln müssen sie nun eben leben“.

Das Projekt „Essen Motorshow 2005 “ war zum Scheitern verurteilt, weil Mike das Auto aufgrund der Aussage des Projektleiters nicht zur Verfügung stellte. Mittlerweile hatte Mattig den einzig Überlebenden der drei Film-Mantas in Freiberg aufgetrieben, einer Stadt nur 30 Kilometer von Mikes Wohnort Chemnitz entfernt. Während sich der einzige Überlebende der  Film-Mantas zur Motorshow in Essen präsentierte, hatten sich Mike und Manne längst an die Überarbeitung des von Mattig in den Filmfarben lackierten Breitbaus gemacht.

das Original hier in der Auto Test & Tuning Sonderserie Opel abgebildet. Siehe auch Chronologie der Opel Club & Trend hier in Tuningcars
Zur Motorshow Essen 2005 steht der wahrscheinlich einzig echte Film-Manta (FG-Zulassung) am Stand von Mattig
Zur Motorshow Essen 2011 steht der Film-Manta mit Freisinger Zulassung (FS C 123) am Stand, vermutlich von Delius Klasing

Mike Wolfs Umbau von DEA zu Film-Manta: Die Türen wurden eingepasst, Spaltmaße korrigiert und sogar das Problem mit den zu schmalen Kotflügeln konnte elegant gelöst werden. Eine Spezialfirma schweißte die Felgen von 11×15 Zoll auf 10×15 Zoll, damit eine kotflügelgerechte 225/40/15er Bereifung aufgezogen werden kann.

Das Gardemaß der Hinterachse zählt zu den brachialsten Spurbreiten im Lande. Quadratische Mattig Stahlfelgen in 15×15 Zoll (13×15 Zoll aufgeschweißt) mit der Wahnsinns-Einpresstiefe von minus 128 werden von nicht minder elefantösen 345/35er Pirelli P Zero umgarnt. Dass der Rollwiderstand der mega-Schlappen höheren Aufwand verlangt, versteht sich von selbst. Manne ist einer der begnadetsten Schrauber überhaupt“, lobt Mike seinen Kumpel, der das komplette Fahrwerk und den Motor überarbeitete.

vorher – nachher
laut Datenblatt 3-Liter 24V

Als Antrieb kommt ein modifizierter 3 Liter 24V Reihensechser aus einem Senator B zum Einsatz. Klassische Tuningmaßnahmen wie scharfe Nockenwellen und erleichterte Schwungscheibe gehen mit der Anpassung des Steuergerätes mit einem Chip von Wittmann Hand in Hand. Auch um die Optik im Motorraum und den Klang der Auspuffanlage kümmerte man sich in Südbayern. An die beiden Metallkatalysatoren schließt sich eine doppelflutige Neumeyer-Edelstahlauspuffanlage an, die satten Sound aus doppelten HiPo-Endrohren entlässt.

Der Ende 2005 getätigte Neuaufbau machte auch vor dem Innenraum nicht Halt. Die Sünden der Vergangenheit, das zwischenzeitlich montierte Astra -F- Armaturenbrett verschwanden ebenso wie das farblich aufdringliche Leder. Seitenteile und Teppich lehnen sich an das Design des originalen Manta Gsi an, der Dachhimmel wurde mit Leder überzogen.

Allerdings installierte Mike wieder ein BMW E30-Armaturenbrett mit der nunmehr seit 10 Jahren alten Digitalarmatur eines B-Senators. Die Manta- Mittelkonsole mündet in ein Armlehnenteil eines B-Senators. Die beiden selbstgebauten Fahrzeugstromkreise sind einzeln als „Not-Aus“ abschaltbar, gestartet wird über eine engine-power“ Starttaste. Die König Sitze sponserte Mattig als „kleine Entschädigung“, bemerkt Mike. Nicht einmal ein Radio befindet sich momentan im Auto. Die Musik machen Motor und Auspuff und die sind praktisch unschlagbar. Dennoch hat Mike bereits Doorboards mit jeweils zwei 16er Aufnahmen angefertigt, denn schließlich soll der Dea-Manta-Manta bei Treffen wie in alten Zeiten  für optisches und akustisches Aufsehen sorgen.

Opel Manta B GTE (1983) Datenblatt aus Flash 7/2008

Motor: 3.0 Reihensechszylinder, 24V, dohc, HiPo-Ölwanne, Raid HP Filter mit Eigenbau-Airintake, Schaltsaugrohr, erleichtertes SKT-Strauss-Schwungrad, Schrick Nockenwelle, Wittmann Chip, Motorraum gecleant, 4 Liter Ventildeckel, Senator 24v Kühler mit 2 E-Lüfter, Batterie in Kofferraum verlegt,

Auspuff:  2 Metallkatalysatoren, doppelflutige Neumeyer-Eigenbau-Edelstahlauspuffanlage Gruppe A  2x 63,5mm mit Supersprint- Töpfen und doppelten HiPo  Endrohren

Leistung (max): 250 PS * (geschätzt)

Kraftübertragung: 5-Gang Getrag, LUK- 9,5“ Kupplung, Stahlachshals mit verstärkter Welle,

Vorderachse: Einzelradaufhängung an Doppel-Querlenkern, PU Buchsen, Stabi (versetzt),

Hinterachse: Zentralgelenk-Starrachse mit zwei Längslenkern, Stabi, Panhardstab (gekürzt), PU Buchsen, 3,44er Übersetzung, 55%Diff-Sperre

Federung (vo/hi): Mattig-Federn -60mm

Dämpfung (vo/hi):Koni gelb, gekürzt

Felgen (Herst./Größe): Mattig Stahlfelgen / 10×15 ET-39 mit 30mm Distanzscheiben (va), 15 x 15 ET -128 (ha)

Bereifung (Herst./Größe): TOYO Proxes/ 225/40/15 (va) / Pirelli P zero / 345/35/15 (ha)

Bremsen(vo/hi):, Pink Power 296er innenbelüftete Scheiben mit Senator B Sätteln (va) / 279er  Scheiben von Irmscher, 40er Sättel Omega B (ha), Bremskraftverstärker Senator B, Flexbremsleitungen

Weitere Extras: Mattig Breitbausatz, Mattig Grill, Mattig Spiegel, Mattig GFK-Haube, Hella Scheinwerfer, Lackierung: Petzold`s im Filmdesign von „Manta Manta“ in original Film-Farbcodes, Kabelbaum weitestgehend Eigenbau, Funk-ZV mit Klappschlüssel, keine Schlösser, Motorraum und Kofferraum elektrische Entriegelung, rote Rücklichter,

Interieur: Manta B Gsi mit König Sitzen (SP2000), Schroth-Gurte, BMW E30-Armaturenbrett mit Digitalinstrument (92er Senator B Automatic), Mittelarmlehne (Senator B), Raid F1 Lenkrad, Alu-Schaltknauf, Leder Dachhimmel, Seitenteile, Teppiche GSi Standard

Danksagung: Nicole Voland, Manfred Neumayer

1. Mai 2007 zum Fototermin für die Opel Flash – ein kurzer Frisurenvergleich
und Fahrfotos bei der Baustelle Parkplätze für Chemnitz Center
Text & Fotos: Michael Kolb für Opel Club & Trend 4/2000
Text & Fotos: Heinz Bauriedel für Opel Flash 7/2008