Hier meine Dokumentation „Chronologie der Opel Club und Trend“, kurz OC&T genannt. Inklusive aller Vorgänger-Magazine wird die OC&T von 1991 bis 2005 in verschiedenen Verlagen produziert und herausgegeben. Sieben Jahre lang stützt die Opel Club & Trend meine Existenz als selbstständiger Freier Journalist oder in meinen Worten als „Leserautojäger“. Insgesamt gebe ich 322 „Features“, (Fotostrecken mit Bildunterschriften, Text und Datenblatt) ab. Auch heute noch, über 15 Jahren nach der letzten Ausgabe, ist die OC&T vielen Opel Fahrer in guter Erinnerung geblieben. Der Rückblick beginnt weit vor meinem Einstieg.

Im Herbst 1991 veröffentlicht die Auto-Media-Verlagsgesellschaft m.b.H (AMV) aus Hilpoltstein das erste Test & Tuning (T&T) Sonderheft mit dem Titel „Auto Test & Tuning Sonderserie Opel“. Laut Impressum erscheint die T&T-Sonderserie zweimonatlich
Auf 100 Seiten werden für DM 7,80 Tunerfahrzeuge, Zubehör und Tuneradressen vorgestellt. 
Kissling zählt zu den führenden Opel-Tuner in Deutschland. Der von Kissling aufgebaute Film-Manta „HA B 123“ ist zumindest auf Bild zu sehen, beschrieben werden nur Kadett und Corsa. Ebenso im Bild die Schauspieler Michael Kessler (später auch Switch reloaded“) sowie Til Schweiger.

Im Jahr 1995 lanciert die Auto-Media-Verlagsgruppe , nun in Nürnberg ansässig, das „Opel Power Magazin“ als Zweitverwertung für verlagseigene Formate wie Auto Magazin, Autotuning, Auto Test & Tuning sowie Auto Off, dem Urgroßvater der heutigen Auto Bild Allrad

Auf 48 Seiten werden im 2-monatlichen Turnus primär Opel von Tunern vorgestellt. An Bord sind Fahrzeuge renommierter Opel-Veredler wie Irmscher, Lumma, Mattig und Steinmetz, sowie markenoffene Anbieter wie Zender, Manchmal taucht sogar ein Leserauto auf. In Ausgabe 6/95 ist es ein Kadett C Coupé „Blinker oben“ einer 2254 gefertigten und nicht näher genannten Sonderserie, nachträglich getunt auf 173 PS.

Nach der Insolvenz der  Auto-Media-Verlagsgruppe entsteht Anfang 1997 in Schwabach der Neue Auto Verlag. Der Begriff „Opel Power Magazin“ darf nicht mehr verwendet werden. Das Zweitverwertungsmagazin heißt nun Opel Trend Magazin. Das Schema bleibt gleich. Auf nun 52 Seiten liest man Neuigkeiten fast ausschließlich von Opel Tunern.

ab Ausgabe 4/97 wird die Seitenhöhe von 28 cm auf 29,7 gestreckt, die Seitenanzahl bleibt bei 52. Auch das Inhalts-Schema ist unverändert: Ein Leser- und 11 Tuner-Fahrzeuge
Der GT Flügeltürer von Lumma gehört zu den  markantesten Opels der Ausgabe 2/1997

Nach drei Ausgaben des „Opel Trend Magazin“ erweitert Layouter Dieter Reimann, ein ehemaliger Slalom-Fahrer auf C Coupé, sein Konzept. Die erste Ausgabe „Opel Club & Trend“ unter seiner Leitung erscheint: Mehr Leserautos, someit mehr Opels aus der Szene. Unterstützung erhält er von Autotuning Cefredakteur Jochen Übler und dessen Nachfolger Giudo Naumann.

von Beginn an erscheint die OC&T zweimonatlich

Im Sommer 1997 wird meine Bewerbung als „Leserautojäger“ bei der Autotuning von Erfolg gekrönt und ich erhalte einen Festvertrag über vier Features (Bild und Text) pro Ausgabe. Der Vertrag beinhaltet auch einen Tag im Monat Mitarbeit in der Redaktion. Bis dato hatte ich mehrere Toyota und VW abgegeben. An meinem zweiten Redaktionstag gibt mir Jochen Übler den klar definierten „Einsatzbefehl“: Opel, fotografiere mehr Opel. Einen besonderen Grund dafür nennt er nicht. Ich gehe davon aus, dass die Opels in der Autotuning erscheinen werden.

Im September 1997 besuche ich mein erstes Treffen in Pottenstein, das vom Opel Club Pegnitz ausgerichtet wird. Ich wähle die Green Lady, einen Kadett Caravan, als mein erstes Objekt. Das Auto erscheint in der Autotuning wie geplant.

Das Treffen im Gewerbegebiet oben in Pottenstein ist nicht von bestem Wetter beglückt. Nachdem ich die Lady im Kasten habe, begaggert mich ein Kerl wegen seines roten Astras. Es hat bereits begonnen zu regnen. Es bleibt nicht einmal die Zeit. Räder und Lenkrad fotogerecht einstellen zu lassen. Beim Innenraum-und Heckfoto rennt  mir das Wasser den Rücken hinab. Auch heute, 25 Jahre später, hält  der Astra von Günter Einert  meinen Rekord als schnellste Fotosession aller Zeiten. Nie und nimmer hätte ich gedacht, dass diese ziemlich miesen Bilder jemals erscheinen werden. Günter Einert, Cheffe der Opel Family Weiden, sowie Veranstalter von Opel Treffen in Weiden, wird mein erster „Lieferant“.

Opel Club & Trend 6/1997 – der gesegnete Astra von Günter Einert

Und dann wandle ich an einer ziemlich unsortierten Zeitungsauslage im Supermarkt in Hof/Neuhof entlang, als .. plötzlich .. zwischen dicken Titten der rote Astra auftaucht. Das war meine erste Begegnung mit der Opel Club und Trend. (Titelseite 6/97 siehe oben)

Dieter Reimann und Jochen Übler beschaffen mir einen Festvertrag für die Opel Club & Trend: Acht Autos pro Ausgabe ergibt 48 Fotostrecken pro Jahr, Text inklusive. Allerdings wird nicht jeder der von mir fotografierten und beschriebenen Opels veröffentlicht.

Die Green Lady erscheint zunächst in der Autotuning, eine Ausgabe später in OC&T 1/1998
die meisten Opel hole ich mir aus der nördlichen und mittleren Oberpfalz. AS, NEW, SAD, TIR, WEN, das sind meine Reviere
4-Liter Kadett C Coupe, Hersteller laut Brief: Wolfgang Dobmeier Schnaittenbach
Im Herbst 1998 geht die OC&T als eine der ersten Fachmagazine überhaupt ins Internet. Dieter Reimann gründet mit engagierten Lesern der OC&T einen Redaktionsbeirat , der im Impressum bekannt gegeben wird. Der Bericht über das Redaktionstreffen in Frankfurt am Main steht in Ausgabe 1/98. Das serienmäßige Pinup-Poster wird auf Wunsch des Beirats entfernt
1999: Die Opel Club und Trend läuft. Noch bin ich der einzige „Jäger“ und die Ausgabe 5/1999 wird mein persönlicher Allzeit-Rekord. Alle acht Leserautos stammen von mir und sechs der acht Leserautos belegen die Titelseite
Der Saisonrückblick 1999 escheint in den Ausgaben 1 und 2/2000.
OC&T 2000: Die Mannschaft wird erweitert. Thomas Böbel kümmert sich um Motorsport. Zum ersten mal taucht in Ausgabe 3/2000 der Name „Patrick Meinhold“ auf
Patrick gibt seinen Einstand mit dem grünen Calimero in Ausgabe 3/2000
Mike Wolfs Manta, der damals im DEA-Werbespot „Super Ingo“ für Aufsehen sorgte – fotografiert in Oschersleben, erscheint in Ausgabe 4/2000. Mit dieser Ausgabe steigt auch die Seitenanzahl von 68 auf 84.
Fast alle Leserautos des Jahres 2001 „fiedscherd“ das Team Kolb/Meinhold. Thomas Rönnberg schreibt die Opel Historie. Ab Ausgabe 1/2001 steigt der Preis von DM 5.- auf DM 6,50
Einschneidende Änderungen folgen im Jahr 2002: Zunächst erfolgt die Preisanpassung DM 6,50 auf € 3,30. Ab Ausgabe 2/2002 gehört die Opel Club & Trend dem Springer Verlag, in Schwabach vertreten durch den AS Autoverlag GmbH. Mein Vertrag wird mit Preisanpassung an den Euro ansonsten 1:1 übernommen. Ab Ausgabe 6/2002 übergibt Dieter Reimann den Posten als Chefredakteur an Thomas Rönnberg. Ab Ausgabe 6/02 erhalte ich die OC&T als Belegexemplar per Post. Die Aufkleber lassen sich schwer lösen und meist vergesse ich es, mir in Schwabach ein sauberes Exemplar zu holen
Einer der Kracher des Jahres 2002: Diplomat mit 5,4 V8 und ca. 280 PS
Der Layout wird den Springer-Vorgaben angepasst. Detailfotos und Bildunterschriften im Block
dezente Preisanpassung von € 3,30 auf € 3,50 bei Ausgabe 3/2003
Patrick „schoss“ den Dragster „Füssel“ GT für Ausgabe 5/03. Die Layouts begannen aufwendiger zu werden. Zuständig dafür war Matthias Herrlitze
Ausgabe 4/2004 ist die letzte OC&T mit Chefredakteur Thomas Rönnberg. Ab 5/2005 übernimmt Tom Heinen. Das Layout wird nochmals überarbeitet
das Layout hat nun Ein- und Überblendungen – wie hier beim Manta von Manta-Mannes Frau Liza
.. aber manchmal noch in „Oldschool“-Layout, wie hier beim Oschersleben Report von Patrick
Mit Chris Eckermann ist ein neuer Mann an Bord, allerdings liefert er ausschließlich Fotos, meist von Belgischen Opels. Die Texte dazu schreibt Tom Heinen an Hand des mitgelieferten Datenblatts
letzte Ausgabe 2004: den in Roding fotografierten Astra mit C20LET und Lachgas-Einspritzung sah ich nie mehr wieder
2005: Die Produktion der OC&T wird immer aufwendiger. Zudem verringert mn die Höhe um 2 cm, dafür wird die Seitenzahl auf 100 erhöht
übers Ziel hinaus geschossen: Der schwebende Rekord zu Bitterfeld
2005er Projekt: „Style your Car“ Wettbewerb in Zusammenarbeit mit diversen Tunern.
Sommer 2005: Interne Projektbesprechung in Schwabach mit Tom Heinen. Chris Eckermann, Patrick Meinhold und Michael Kolb: Neue Projekte für die kommende Saison 2006 werden diskutiert …
24. September 2005 – „Pimp my ride“ Treffen Jüterbog: Mein Autotuning Chefredakteur Guido Naumann überbringt mir die unerfreuliche Nachricht: Die Opel Club & Trend wird zum Ende des Jahres eingestellt.
die letzten beiden Ausgaben 2005: Das überzogene Layout wird „normalisiert“. Ausgerechnet die 10-Jahre-Jubliäum-Ausgabe ist die letzte OC&T
Die angesagte Ausgabe 1/2006 fällt dem zum Opfer. Da die Ausgabe 6/2005 bereits in Druck lag, konnte nicht mehr dahingehend korrigiert werden. Die meisten in der Vorschau gezeigten Autos tauchen später an anderer Stelle auf.
Der Blick ins letzte Impressum. Bemerkenswert: Chris Otto. Er arbeitete auch für die Opel Tuning und war später der Chefredakteur des Opel Tuner Magazin, das ebenfalls einen schnellen Tod starb

Warum starb die Opel Club & Trend? Ich weiß es nicht, doch lasst mich 1+1 zusammenzählen. Die Verkaufszahlen entsprachen höchstwahrscheinlich nicht einem Produkt des Hauses Springer. Rein kalkulatorisch gesehen waren die Produktionskosten zu hoch. Die OC&T passte nicht ins Portfolio des Springer Verlags mit Formaten wie Auto Bild Motorsport, Auto Bild Sportscars, Auto Bild Allrad und so weiter. Die frei gewordenen Ressourcen wurden in Schwabach für lukrativere Projekte verwendet

mein letzter OC&Tler: Jürgen Conrads Speedy Corsales. Insgesamt habe ich 322 Opels für die OC&T gefiehdscherd

Hinweis: Der urfränkische Begriff „fiedschern“ bedeutet in Anlehnung an das englische Verb „to feature“ ein redaktionelles Zusammenstellen des Bündels bestehend aus Fotostrecke, Text, Datenblatt und Bildunterschriften

michael Kolb, 19. Februar/ 27. November 2021