Bei der Opel Club & Trend versuchte man grundsätzlich, in eine 84 Seiten umfassende Ausgabe (Beispiel 6/2004) soviel Leserautos wie möglich hineinzuquetschen. Leider blieben dabei einige verdammt gute Opels auf der Strecke, wie dieser Irmscher Manta B, dem lediglich eine Doppelseite gegönnt wurde. Nicht nur dass der Text um ungefähr die Hälfte gekürzt wurde, auch von den Bilder blieben nur sechs übrig. Für Tuningcars wurde der auf externer Festplatte schlummernde Originaltext redigiert und einige Grobscans (generisches EPS) in jpg umgewandelt. Wie gute VWler erkennen, orientierte ich mich an der VW Speed und platzierte die Überschrift nach dem Intro. Hier die Geschichte Stand Sommer 2004:

michael kolb für Opel Club & Trend 6/2004

Vor über 25 Jahren brachte Irmscher eine Sonderserie des Manta B mit 2,8 Liter Maschine auf den Markt. Günter Behr-Kari sammelt alle Informationen über die insgesamt 27 produzierten Irmscher Manta B i2800. Er selbst fährt den

Irmi Nummer 25

Günters persönliche Manta B Historie gleicht einer kleinen Reise durch die Modellreihen des Rüsselsheimer Coupés. Ein 1,3 Liter Sparmanta mit 75 PS zählt ebenso dazu wie der beliebte GTE mit der 110 PS Maschine. An einen 6-Zylinder hatte der gelernte Bäcker und heute als Lagerist arbeitende Manta Fan nie gedacht, zumindest nicht bis zum Faschingsdienstag im Jahr 2000. Ein Kumpel gab ihm den Tipp, dass auf einem Händlerhof ein Manta B vor sich hingammelt. Ein Irmscher? Tatsächlich, einer von 27 raren i2800 war mangels Platz im Showroom Wind und Wetter ausgesetzt worden und zeigte dementsprechende optische Mängel. Ursprünglich hatte der Händler einen Kaufpreis über 12000 DM angesetzt, doch auf Grund des total verwitterten Lacks und Moos-Styling konnte Günter den Preis um 4000 Märker herunterhandeln. Das Schrauben am Auto hatte er mit seinen Kumpels der Opel Gang Dachau und des Manta B Club Oberbayern lange Zeit trainiert. Mit dem Kauf des i2800 stieg auch das Interesse an der Historie dieser Rarität.

Der Manta B wurde am 29. Juli 1975 bei Opel als 1,9S Berlinetta mit der Motornummer 1314510 gefertigt und anschließend zu Irmscher geliefert, wo er längere Zeit Jahre auf Halde stand. An welchem Tag zwischen 1977 und 1979 die Nummer 27 zum i2800 umgebaut wurde, konnte Günter bisher noch nicht in Erfahrung bringen. So ist eine komplett lückenlose Historie dieses Mantas leider nicht nachvollziehbar, zudem der erste Brief verloren ging und ein Ersatzbrief ausgestellt werden musste. Auch nach der Erstzulassung am 9. August 1979 verliert sich zunächst die Spur.

Irgendein Vorbesitzer tauschte den sowohl von Irmscher eingebauten und vom Commodore B stammenden 2,8 Liter Motor gegen einen 3.0 CIH aus dem Monza aus. Das Getrag Getriebe und die Sebring Auspuffanlage zählten ebenso zur damaligen Umrüstaktion. Sowohl an der von Irmscher überarbeiteten Karosserie, als auch im Innenraum war sinnlos herumgebastelt worden. Die schlimmste Untat stellte Günter vor seiner Rückrüstung in den optischen Originalzustand fest. Bei der Beseitigung eines Heckschadens stand ein Pfuscher am Schweißgerät, wobei alle Schweißpunkte ihrem Schicksal in blankem Zustand ohne Konservierung überlassen wurden. Die optische Rückrüstung lag Günter am Herzen. Außer dem Kamei Heckspoiler entspricht die Karosserie heute dem 1979 ausgelieferten Zustand mit ihren Kunststoff-Radläufen und der typischen Irmscher Front. Die graue Innenraumausstattung eines GSI wurde gegen schwarzes Kunstleder getauscht. Bei Irmscher hatte man damals verschiedene Varianten wählen können, weiß Günter zu berichten. Doch er persönlich baute zur Orange Außenlackierung ein schwarzes Interieur ein, so wie es Ende der Siebziger offiziell angeboten wurde.

Seit 2001 beschäftigt sich Günter mit der Geschichte der legendären i2800 Serie. Die aus dem Commodore B stammenden Motoren mit 2784 ccm rüstete man auf Zenith DVG Vergaser um, weil die D-Jetronic wegen ihrer Bauhöhe einen Buckel in der Haube verursacht hätte. Der Buckel auf diesem Auto stammt aus der Hand des Vorbesitzers, der die Haube dreiseitig einschnitt und die Kanten mit Winkeleisen fixierte. Der hauptsächlich bei BMW-Tunern wie Alpina verwendete DVG-Vergaser kostet zwar rund 5 PS, glänzt jedoch mit einem wesentlich besseren Durchzug als die Injektion. Als Basismodelle zog man bei Irmscher verschiedene Manta Versionen heran, begonnen beim einfachen 1,2S bis zum gut ausgestatteten 1.9 Liter GTE. Abgesehen von der Baureihe i2800 A01 wurden ausschließlich Berlinetta Versionen verwendet. Irmscher hatte eine Auflage von 100 Einheiten eingeplant, doch der hohe Kaufpreis über 27.850 DM verhinderte das Erfüllen des Plansolls. Nach nur 27 gebauten i2800 stellte man die Produktion im Jahre 1979 ein und damit starb auch die Absicht, den 3 Liter Motor in der bereits geplanten Modellpflege „Irmscher Manta B 3.0“ zu lancieren

Inzwischen hat Günter Kontakt zu mehreren i2800 Besitzern gefunden, mit denen er einen regen Interessenaustausch betreibt. Er ist Ehrenmitglied des „Opel Team Scotland“, wobei er vor allem mit Rab Crow Kontakt hält. Seine persönliche Absicht ist die Rückrüstung auf das 2,8 Liter Aggregat für das Historische Kennzeichen zum Jahr 2009. Der Motor liegt bereits bereit. Leider ist für das H-Kennzeichen nicht das Baujahr, sondern die Erstzulassung das Maß der Dinge. Doch die Irmi Nummer 25 kann es erwarten. Kontakt zu Günter findet man im Internet unter www.mantab.de.

Opel Manta B 1,S Berlinetta, Produktion am 29.07.1975, Umbau zum „Irmscher i2800“ zwischen 1977 und 1979.

Motor/Mechanik: 3.0 E CIH Reihensechszylinder (aus Monza) 280 Grad Hydro-Nockenwelle, Irmscher Alu-Ölwanne, 132 Kw/190 PS

Aspuff: Monza Krümmer, Irmscher/Sebring von Manta i240

Fahrwerk:: VA: Irmscher Sechszylinderachse, Motorhalter nach vorne versetzt, verstärkte Querlenker, Mattig 001er Federn, Stabilisator mit PU Buchsen gelagert, Koni gelb in Härteverstellbar, Mattig Domstrebe,

Hinterachse: Starrachse mit 40 %iger Sperre, 3,44 Übersetzung, Mattig 001er Federn, Koni gelb Härteverstellbar, Vollscheiben SKT-03

Bremsen: innenbelüftete Commodore B/GSE Scheiben mit Vierloch Radnaben, Bremssattel Rekord E

Räder: Einteilige BBS RS in 7×15 Zoll, VA: 205/50 R15 82V, HA: 225/50 R15 82V

Karosserie: Irmscher Doppelscheinwerfer, Verbreiterungen, Schwellerleisten, Frontschürze, Windsplits, Kamei Heckspoiler, Ausstellfenster, Bonze-Colorverglasung, schwarze Rückleuchten beschichtet, Airbrush Heckblende, Haubenerhöhung aus Blech, Heckjalousie, Frontemblem Original. Embleme an Seite nachgefertigt,

Interieur: 36er Irmscher Sportlenkrad, orig. Recaro Sitze in Kunstleder mit AMS Control Schroth Gurten, Rückbank in Kunstleder, schwarzer Dachhimmel von Bruhy, Lexmaul Zusatz-Mittelkonsole, Manta Fußmatten, Kenwood System

neu aufbereitet für Tuningcars am 27. Juni 2022